Mixi´s Plauderwelt

let's have some fun
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BeitragVerfasst: 02.06.2011 22:58 
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Wahrheit

Die schlechtesten Bücher sind es nicht,
an denen Würmer nagen,
die schlechtesten Nasen sind es nicht,
die eine Brille tragen.
Die schlechtesten Menschen sind es nicht,
die dir die Wahrheit sagen.



Heinz Erhardt

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Jeder Tag an dem du nicht gelächelt hast, ist ein verlorener.
Charles Spencer Chaplin


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BeitragVerfasst: 05.06.2011 09:47 
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Ein Neujahrsgebet

Herr, setze dem Überfluß Grenzen und lasse die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches Geld machen, aber auch das Geld keine falschen Leute.
Nimm den Ehefrauen das letzte Wort und erinnere die Ehemänner an ihr erstes.
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamten, Geschäfts und Arbeitsleute, die wohl tätig aber nicht wohltätig sind.
Herr sorge dafür, daß wir alle in den Himmel kommen - aber nicht sofort.




Dieses Gedicht, aktueller denn je, ist allerdings nicht mehr ganz so jung.
Es ist das Neujahrsgebet des Pfarres von St. Lamberti in Münster aus dem Jahre 1883

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Jeder Tag an dem du nicht gelächelt hast, ist ein verlorener.
Charles Spencer Chaplin


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BeitragVerfasst: 06.06.2011 23:50 
[url=Aus!

Einmal müssen zwei auseinandergehn;
einmal will einer den andern nicht mehr verstehn - -
einmal gabelt sich jeder Weg - und jeder geht allein -
wer ist daran schuld?

Es gibt keine Schuld. Es gibt nur den Ablauf der Zeit.
Solche Straßen schneiden sich in der Unendlichkeit.
Jeder trägt den andern mit sich herum -
etwas bleibt immer zurück.

Einmal hat es euch zusammengespült,
ihr habt euch erhitzt, seid zusammengeschmolzen, und dann erkühlt -
Ihr wart euer Kind. Jede Hälfte sinkt nun herab :
ein neuer Mensch.

Jeder geht seinem Schicksal zu.
Leben ist Wandlung. Jedes Ich sucht ein Du.
Jeder sucht seine Zukunft. Und geht mit stockendem Fuß,
vorwärtsgerissen vom Willen, ohne Erklärung und Gruß
in ein fernes Land.


Kurt Tucholsky

Einfach so für Theobald TigerBild


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BeitragVerfasst: 17.06.2011 22:16 
Faust Monolog


Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh' ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!
Heiße Magister, heiße Doktor gar,
Und ziehe schon an die zehen Jahr'
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum -
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen.
Zwar bin ich gescheiter als alle die Laffen,
Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen;
Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,
Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel -
Dafür ist mir auch alle Freud' entrissen,
Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen,
Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren,
Die Menschen zu bessern und zu bekehren.
Auch hab' ich weder Gut noch Geld,
Noch Ehr' und Herrlichkeit der Welt;
Es möchte kein Hund so länger leben!
Drum hab' ich mich der Magie ergeben,
Ob mir durch Geistes Kraft und Mund
Nicht manch Geheimnis würde kund;
Daß ich nicht mehr mit sauerm Schweiß
Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
Daß ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält,
Schau' alle Wirkenskraft und Samen,
Und tu' nicht mehr in Worten kramen.



Johann Wolfgang von Goethe

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BeitragVerfasst: 28.06.2011 23:31 
Fromme Gesänge (1919):

„Ich gucke freundlich um die Oecke
und greife voller Seelenruh
der Muse unter ihre Röcke ...
Und dabei, Leser, siehst du zu –?
Sie quietscht. Ich grinse. Sie verstehen:
Nicht immer gilt der Klassik Maß.
Denn was wir im Verborgnen drehen
macht uns am allermeisten Spaß –!“

Theobald Tiger


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BeitragVerfasst: 03.07.2011 08:38 
Der Rose süßer Duft genügt,
Man braucht sie nicht zu brechen -
Und wer sich mit dem Duft begnügt,
Den wird ihr Dorn nicht stechen.

Friedrich von Bodenstedt


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BeitragVerfasst: 05.07.2011 21:15 
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Admina
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An meinem Grabe

Da steht ihr nun, wollt mich betrauern
ihr glaubt, dass ich hier unten bin:
ihr mögt vielleicht zunächst erschauern -
doch schaut einmal genauer hin.

Ich bin nicht hier - wie ihr vermutet,
mein Körper mag hier unten sein,
doch während die Musik noch tutet
bin ich schon lang nicht mehr allein.

Seht ihr die Blätter dort im Wind?
Es sind sehr viele - sicherlich -
doch achtet drauf wie schön sie sind;
und eins der Blätter - das bin ich.

Seht die Wolken am Himmel ziehen,
schaut ihnen zu und denkt an mich,
das Leben war doch nur geliehen,
und eine Wolke - das bin ich.

Die Schmetterlinge auf der Wiese,
perfekt erschaffen - meisterlich,
ich bin so fröhlich grad wie diese,
und einer davon - das bin ich.

Die Wellen, die vom Bach getragen,
erinnern sie vielleicht an mich?
Ihr müsst nicht lange danach fragen:
denn eine Welle - das bin ich!

Blumen erblühen in all ihrer Pracht
die Rose und selbst der Wegerich,
und alle sind für euch gemacht
und eine Blume - das bin ich.

Ich möchte nicht, dass ihr jetzt trauert,
für mich wär das ganz fürchterlich.
Tut Dinge, die ihr nie bedauert:
Denn Eure Freude - das bin ich!

Heinz Rickal

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"Die schönsten Momente im Leben sind die bei denen man lächeln muss, wenn man an sie zurück denkt"

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BeitragVerfasst: 10.07.2011 22:08 
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Admina
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An den Mond

Guter Mond, du gehst so stille
Durch die Abendwolken hin;
Deines Schöpfers weiser Wille
Hieß auf jener Bahn dich ziehn.

Leuchte freundlich jedem Müden
In das stille Kämmerlein!
Und dein Schimmer gieße Frieden
Ins bedrängte Herz hinein!

Volksweise

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BeitragVerfasst: 21.07.2011 22:44 
Schade, Rosa, dass Du hier nicht mit schreibst, diesen Beitrag von Dir, den Du mal im April 2009 in Niobees Thread
verfasst hast, kann ich für mich so übernehmen, bei mir ist das genauso, auch im Juli 2011:




ich habe bestimmt über 30 gedichtbände...und sicherlich über 1000 "lieblingsgedichte"...aber in der tat gibt es eines...das meine nr.1 ist...nicht weil es besonders schön...oder etwa motivierend wäre...nein...es entspricht einfach völlig meinem charakter...meinem stolz! die worte könnten direkt von mir stammen.....

ICH

Sklaverei ertrag ich nicht.
Ich bin immer ich
Will mich irgend etwas beugen
Lieber breche ich.

Kommt des Schicksals Härte
oder Menschenmacht
Hier, so bin ich und so bleib ich
Und so bleib ich bis zur letzten Kraft.

Darum bin ich stets nur eines
Ich bin immer ich
Steige ich, so steig ich hoch
Falle ich, so fall ich ganz.

von der hochgeschätzten und von mir sehr verehrten

Ingeborg Bachmann


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BeitragVerfasst: 21.07.2011 22:58 
Danach

Es wird nach einem happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.
Man sieht bloß noch in ihre Lippen
den Helden seinen Schnurrbart stippen --
da hat sie nu den Schentelmen.
Na, un denn --?
Denn jehn die Beeden brav ins Bett.
Na ja ... diss is ja auch janz nett.
A manchmal möcht man doch jern wissn:
Wat tun se, wenn se sich nich kissn?
Die könn ja doch nich immer penn ...!
Na, un denn --?

Denn säuselt im Kamin der Wind.
Denn kricht det junge Paar 'n Kind.
Denn kocht sie Milch. Die Milch looft üba.
Denn macht er Krach. Denn weent sie drüba.
Denn wolln sich Beede jänzlich trenn ...
Na, un denn --?

Denn is det Kind nich uffn Damm.
Denn bleihm die Beeden doch zesamm.
Denn quäln se sich noch manche Jahre.
Er will noch wat mit blonde Haare:
vorn dof und hinten minorenn ...
Na, un denn --?

Denn sind se alt.
Der Sohn haut ab.
Der Olle macht nu ooch bald schlapp.
Vajessen Kuß und Schnurrbartzeit --
Ach, Menschenskind, wie liecht det weit!
Wie der noch scharf uff Muttern war,
det is schon beinah nich mehr wahr!

Der olle Mann denkt so zurück:
Wat hat er nu von seinen Jlück?
Die Ehe war zum jrößten Teile
vabrühte Milch un Langeweile.
Und darum wird beim happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.

(Kurt Tucholsky, Zwischen gestern und morgen)


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BeitragVerfasst: 21.07.2011 23:27 
Ihn fährt die Droschke, zieht das Herzzu schönen Opern und Konzerts,die auch im Grund, was nicht zu leugnen,zum Zwiegespräch sich trefflich eignen.Man sitzt gesellig unter vielenso innig nah auf Polsterstühlen,man ist so voll humaner Wärme;doch stört uns das Gelärme,das Grunzen, Plärren und Gegirreder musikalischen Geschirre,die eine Schar im schwarzen Frackemit krummen Fingern, voller Backe,von Meister Zappelmann gehetzt,hartnäckig in Bewegung setzt.So kommt die rechte Unterhaltungnur ungenügend zur Entfaltung.


(Wilhelm Busch)



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BeitragVerfasst: 30.07.2011 21:37 
madje hat geschrieben:
Ihn fährt die Droschke, zieht das Herzzu schönen Opern und Konzerts,die auch im Grund, was nicht zu leugnen,zum Zwiegespräch sich trefflich eignen.Man sitzt gesellig unter vielenso innig nah auf Polsterstühlen,man ist so voll humaner Wärme;doch stört uns das Gelärme,das Grunzen, Plärren und Gegirreder musikalischen Geschirre,die eine Schar im schwarzen Frackemit krummen Fingern, voller Backe,von Meister Zappelmann gehetzt,hartnäckig in Bewegung setzt.So kommt die rechte Unterhaltungnur ungenügend zur Entfaltung.


(Wilhelm Busch)





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BeitragVerfasst: 02.08.2011 22:42 
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Abenddämmerung

Am blassen Meeresstrande
Saß ich gedankenbekümmert und einsam.
Die Sonne neigte sich tiefer, und warf
Glührote Streifen auf das Wasser,
Und die weißen, weiten Wellen,
Von der Flut gedrängt,
Schäumten und rauschten näher und näher -
Ein seltsam Geräusch, ein Flüstern und Pfeifen,
Ein Lachen und Murmeln, Seufzen und Sausen,
Dazwischen ein wiegenliedheimliches Singen -
Mir war, als hört ich verschollne Sagen,
Uralte, liebliche Märchen,
Die ich einst, als Knabe,
Von Nachbarskindern vernahm,
Wenn wir am Sommerabend,
Auf den Treppensteinen der Haustür,
Zum stillen Erzählen niederkauerten,
Mit kleinen horchenden Herzen
Und neugierklugen Augen; -
Während die großen Mädchen,
Neben duftenden Blumentöpfen,
Gegenüber am Fenster saßen,
Rosengesichter,
Lächelnd und mondbeglänzt.

Heinrich Heine

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BeitragVerfasst: 02.08.2011 22:43 
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Herr in deinem Arm

Herr in deinem Arm bin ich sicher.
Wenn du mich hältst,
habe ich nichts zu fürchten.
Ich weiß nichts von der Zukunft,
aber ich vertraue auf dich!

Franz von Assisi

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BeitragVerfasst: 03.08.2011 22:15 
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Das Liebesbrief-Ei

Ein Huhn verspürte große Lust unter den Federn in der Brust,
aus Liebe dem Freund, einem Hahn zu schreiben, er solle nicht länger

in Düsseldorf bleiben. Er solle doch lieber hier - zu ihr eilen
und mit ihr die einsame Stange teilen, auf der sie schlief.

Das stand in dem Brief.


Wir müssen noch sagen: Es fehlte ihr an gar nichts.
Außer an Briefpapier. Da schrieb sie ganz einfach
und deutlich mit Blei den Liebesbrief auf ein Hühnerei.
Jetzt noch mit einer Marke bekleben und dann auf

dem Postamt abgeben. Da knallte der Postmann
den Stempel aufs Ei. Da war sie vorbei, die Liebelei.

Janosch
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